Euro unter Druck“, „20-Jahres-Tief“, „Währung auf Talfahrt“. Für die aktuelle Euro-Schwäche gibt es viele Bezeichnungen und dazu passende Gründe. Etwa die Konjunkturaussichten, die Energiekrise oder die Zinsdifferenz zu den USA. Aber ist der Euro wirklich so schwach – auch gegenüber anderen Währungen, Pascal Kielkopf?

Um diese Frage zu beantworten, schaute der Kapitalmarktanalyst von HQ Trust nicht nur auf den US-Dollar, sondern auf den sogenannten Euro Effective Exchange Rate Index (EER Index). Für dessen Berechnung vergleicht die Europäische Zentralbank die Entwicklung des Euros gegenüber den handelsgewichteten Währungen der 40 wichtigsten Handelspartner der Eurozone. Ein steigender EER bedeutet dabei eine Aufwertung gegenüber den anderen Währungen, ein fallender Index eine Abwertung.

Starker Dollar gleich schwacher Euro? Nicht unbedingt: Im Vergleich zu den Währungen der wichtigsten Handelspartner hat der Euro kaum abgewertet.

  • „Starker Dollar gleich schwacher Euro? Nicht unbedingt: Der Euro verlor zwar gegenüber dem Dollar auf Jahressicht 17,4 %. Im Vergleich zu den Währungen der wichtigsten Handelspartner hat der Euro aber gerade einmal 3,2 % abgewertet.“
  • „Auch auf längere Sicht notiert der EER Index aktuell lediglich 7,2% unter seinem im November 2009 erreichten Allzeithoch und damit auf einem Niveau wie zuletzt Anfang 2020.“
  • „Mit 15,4% Gewicht liefert die Entwicklung des starken US-Dollars zwar den größten Beitrag zur Entwicklung des EER, die schwächeren Entwicklungen des britischen Pfunds (14,3 %), japanischen Yens (6,6 %) und der schwedischen Krone (4 %) wirkten sich jedoch stützend auf den Index aus.“
  • „Abgewertet hat die europäische Gemeinschaftswährung bei einem Blick auf die 6 wichtigsten Handelspartner außer dem US-Dollar auch gegenüber Schweizer Franken und chinesischem Yuan.“

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Quelle: Datastream, eigene Berechnungen.

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Pascal Kielkopf
Kapitalmarktanalyst
HQ Trust
Pascal Kielkopf ist seit 2021 bei HQ Trust im Portfoliomanagement tätig und dort als Kapitalmarktanalyst für die taktische Portfoliosteuerung und die hausinterne Analyse liquider Anlageprodukte verantwortlich. Der Betriebswirt hat sein Masterstudium an der Goethe-Universität in Frankfurt abgeschlossen und verfügt über mehrjährige Erfahrung in der quantitativen Datenanalyse.